Jahreszeitenkalender der Schweine-
und Minischweinhaltung: April
Im April kann man auf stark und normal beanspruchten
Flächen schon ans Düngen gehen. Musste man sehr viele
Maulwurfshügel auf seiner Wiese glattziehen, kann man diese
Stellen auch mit Gras,-Klee oder Kräutersamen nachsähen,
so erhält man die Artenvielfalt auf seiner Schweinewiese.
Bei 500 qm und zwei Minischweinen braucht man normalerweise
nicht zu düngen. Da würde man sich nur selbst viel Arbeit
mit machen. Die Schweine können gegen den enormen Graswuchs
im Mai nicht anfressen, das Gras wird zu lang und schmeckt den Tieren
nicht mehr, also muss man nachmähen und im August versiegt
der Wuchs schon, weil die Energie auf einen Schlag raus ist. Dann
lieber im August, wenn notwendig, etwas Dünger aufbringen und
14 Tage lang täglich bewässern, damit er auch gut aufgenommen
wird. Sonst würde die Wiese darunter in der Augusthitze verbrennen.
Anders sieht es auf stark genutzten kleineren Flächen
aus, wenn noch etwas an Grasnarbe vorhanden ist. Abtrennen, damit
die Tiere in der Zeit nicht darauf können und Volldünger
draufstreuen. Bei diesen Flächen kann man das sehr gut von
Hand. Lasst euch bei eurem Landhandel beraten welche Menge ihr benötigt.
Dann 14 Tage lang warten. Sollte es in der Zeit nicht regnen, könnt
ihr die Fläche mit einem normalen Rasensprenger beregnen. Es
soll aber nur feucht werden, damit die Gräser den Dünger
gut aufnehmen, es sollen keine Pfützen stehen bleiben. Nach
14 Tagen ist die Aufnahme abgeschlossen. Danach dürfen die
Tiere wieder drauf. Sollten dann noch Düngerkügelchen
liegen, ist es nur das hohle Gerippe, der Dünger selbst ist
dann schon im Boden. Das macht also nichts.
Ist keine Grasnarbe mehr vorhanden, kommt die meiste
Arbeit auf uns zu. Dann muss man sich aber fragen: Lohnt es sich,
oder sieht die Fläche nach 4 Wochen wieder genauso aus? Dann
hat es keinen Zweck und ist rausgeworfenes Geld. Habe ich vielleicht
eine Schweinesorte die man besser zur Erdölsuche einsetzten
sollte (z.B. Wollschweine)? Siehe Antwort eins. Oder ist die Fläche
graslos weil sie einfach zu klein ist? Dann ist es genau das gleiche
Problem. Erst muss den Schweinen eine ausreichende qm-Zahl zur Verfügung
stehen, dann kanns losgehen.
Den Boden auflockern und glattziehen. Das ist schnell geschrieben,
aber eine schweisstreibende Arbeit. Ab 300qm wird’s richtige
Knochenarbeit. Wenn ein befreundeter Landwirt (mit kleinem Trecker)
oder ein paar Freunde helfen können, wird’s wesentlich
leichter. Ist der Boden sehr ausgelaugt, kann gleich eine Portion
Dünger mit rein. Dann im Landhandel, nicht im Baumarkt ö.ä.
(weil häufig überlagert und zu teuer), Grassamen kaufen.
Nicht wundern, vernünftiges Saatgut ist teuer, aber ergiebig.
Dann nimmt man nicht den englischen Rasen, sondern die Dauerweide
mit Klee und Kräutern o.ä.:-) Lasst euch beraten. Das
kann auch wieder von Hand ausgebracht werden. Allerdings sollte
es an diesem Tag nicht windig sein, sonst wird der Rasen vom Nachbarn
dieses Jahr sehr üppig, und es sollte nicht regnen. Rasen wächst
auch im Profil der Gummistiefel. Der Samen sollte nur aufliegen,
nicht untergeharkt werden, aber mit einer Walze angepresst werden.
Das hat zum einen den Grund den Boden schon mal wieder zu verfestigen,
zum anderen fliegt der Grassamen nicht beim nächsten Windstoss
weg. Gartenwalzen, die man noch von Hand ziehen kann, gibt’s
in den meisten Baumärkten zu leihen. Oder vielleicht der nette
Landwirt wieder?
Bevor die Schweine wieder auf die neue Wiese dürfen,
sollte sie ein, besser zwei Mal gemäht worden sein. Damit der
Boden sich wieder etwas setzt, sonst reissen die Schweine das Gras
gleich wieder mit der Wurzel aus, wenn sie grasen.
Denkt bitte jetzt schon daran, die Futtermenge des
Winters etwas herunterzufahren, das Gras wächst schon, sonst
werden die Schweine zu dick. |
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